Der Pokal zeichnet sich durch eine breite, ausladende Kuppa aus und nimmt damit im Vergleich zu den eher verbreiteten Buckel- oder Akeleipokalen eine seltenere Form an. Standfuß und Kuppa sind in sieben Segmenten getrieben und mit floralen Mustern graviert. Die Kuppa wird von einer filigran verzierten, plastischen Figur getragen. Auf der Fußunterseite befindet sich eine gravierte Widmung: „Im Siebzehnhundert-fünften …“
Das N für Nürnberg ist als Stadtmarke gepunzt. Ein Baum als Meisterzeichen ist Johann Reinhold Mühl (1631-1692) zuzuordnen (GNM Nr.0593), der 1654 Meister wurde (Goldschmied, Kupferstecher, Radierer). Der Baum entlehnt sich dem Wappen Mühles („Baum auf Dreiberg“)
Etwa 45 Jahre nach Erschaffung des Objekts wurde es zum Anlass einer Gesellenernennung der Tucher-Zunft in Nürnberg als Geschenk überreicht. Zum Bestreiten ihres Lebensunterhaltes ist es möglich, dass die Witwe Mühls nach dessen Tod weiter Objekte aus dessen Fundus verkauft hat.
Objekte des Meisters finden sich im Nationalmuseum Stockholm, im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, im Schloss Rheydt, im Israel Museum in Jerusalem, im Iparművészeti Múzeum, Budapest, im MfK, Hamburg sowie in der Eremitage St. Petersburg.
(625) Erworben bei Christie´s Auctions, London