Diese prachtvolle Augsburger Écuelle wird nach Hernmark als „Wöchnerinnenschüssel“ und nach Seling als „Breischüssel“ bezeichnet. Sie ist rund, innen und außen vergoldet, mit zwei horizontal durchbrochenen Handhaben (Ohrhenkel) ausgestattet und steht auf seitlichen Stützfüßen. Auf dem Deckel mit godroniertem Rand sowie Akanthusornamenten sind drei Volutenfüße angebracht.
Die Zirbelnuss (Pyr) belegt die Augsburger Herkunft, die Punzen MW stehen für den Meister Marx Weinold (Seling 1671).
Die Hauptentstehungszeit der Augsburger Deckelschüsseln beginnt 1680 und orientiert sich u.a. an französischen Vorbildern. Das hier gezeigte Exemplar entbehrt zunächst den üblichen Kugelfüßen, hat dafür aber vergoldete Volutenfüße auf dem Deckel sowie den zeittypischen godronierten Rand.
Exponate des Meisters finden sich im Landesmuseum in Karlsruhe, im Kremlmuseum in Moskau, im British Museum in London, im Grünen Gewölbe in Dresden, im Landesmuseum in Zürich, im Metropolitan Museum in New York City sowie in den Kunstsammlungen in Augsburg (Viermetz-Vermächtnis).
(484) Erworben bei Wannenes Art Auctions, Genua