Der barocke Deckelbecher ist rund, steht auf drei Kugelfüßen und ist mit getriebenen floralen sowie Akanthusmustern ausgeprägt verziert. Darüber hinaus verzieren Landschafts- und Gebäudemotive (sog. Idealveduten) die drei angelegten Reserven. Der Becher ist teilweise vergoldet, eine Kugel bekrönt den Deckel.
Der Meister Jacob Pfaff (GNM 641, Meister von 1677-1708) sowie die Herkunft werden belegt durch die Punze IP bzw. N für Nürnberg.
Pfaff war ein geschätzter Meister, er war Geschworener und ebenfalls zeitweise „Genannter“. Der Nürnberger Rat erwarb zahlreiche Objekte seiner Werkstatt, die als Diplomatengeschenke verwendet wurden. Objekte von Pfaff befinden sich in Museen in Wien, Nürnberg, Krakau und Amsterdam sowie in dem Victoria & Albert Museum in London.
Getriebene und verzierte Kugelfußbecher sind die typische mittel- und nordeuropäische Becherform des ausgehenden 17. Jahrhunderts. Sie zeichnen sich durch gerade, leicht konische Wandung aus und stehen auf drei Kugeln.
(491) Erworben bei Auktionshaus im Kinsky, Wien