Der teilvergoldete Deckelhumpen mit von Blattfries umzogenem Stand mit ausgestelltem, gewelltem Rand hat eine zylindrische Wandung mit drei unterteilten Feldern, die mit szenischen Darstellungen von Amoretten in Begleitung von Meeresfabelwesen ausgestattet sind. Eine Daumenrast unterstützt das Öffnen des Klappdeckels.
Markiert ist der Deckelhumpen mit der Pyr für Augsburg und einem Anker für den Meister Israel Thelot(t), (Seling Nr. 1593). Möglicherweise wurden die Treibarbeiten am Deckelhumpen durch den Sohn Johann Andreas Thelot während seiner Gesellenzeit in der väterlichen Werkstatt ausgeführt.
Der Deckelhumpen ist die bedeutende Arbeit einer bekannten Augsburger Goldschmiedefamilie. Arbeiten der Thelot(t)s werden u.a. im Victoria & Albert Museum, London, im British Museum, London, im Metropolitan Museum, New York City, im Museum St. Gallen, im Historischen Museum, Moskau, im Kunsthistorischen Museum, Wien, im Germanischen Museum, Nürnberg sowie im Residenzmuseum, München, präsentiert.
Der Humpen ist abgebildet in Heidi Praël-Himmers Buch „Der Augsburger Goldschmied Johann Andreas Thelot“, Seite 12ff., Abb. 124.
(584) Erworben bei Kunstauktionshaus Schloss Ahlden, Ahlden.